Der Petrusfisch: Auf der Suche nach dem heiligen Petrus

Petrusfisch

Der Name Petrusfisch kommt aus der christlichen Mythologie

Steuern! Wer kennt das nicht: Kein Tag vergeht, an dem wir nicht mit dem S-Wort konfrontiert werden. Ob Mehrwertsteuer oder Einkommenssteuer, Ökosteuer oder Biersteuer – manchmal könnte es einem glatt vergehen. Aber ohne Steuern geht es nun mal nicht. Der Staat braucht Geld. Nicht nur für seine Beamten, sondern für Straßen, Kindergärten und Theater. Kurzum: Für all das, was den Zusammenhalt unseres gegenwärtigen Gemeinwesens sichert.

Der Petrusfisch und die Steuern

Manchmal braucht der Staat auch Geld für Tempel. So war es zumindest vor über 2000 Jahren in einem kleinen Örtchen Namens Kapernaum, im heutigen Norden Israels. Steuereintreiber kamen in das Dorf, um von jedem Einwohner ab 20 Jahren die jährlichen Doppeldrachmen einzukassieren, zum Erhalt des dortigen Tempels. Das war nicht wenig. Im Durchschnitt mussten die Menschen zwei volle Tage für diese Summe arbeiten. Jesus und seine zwölf Jünger – Letztere hatten sich ihm und seinen Lehren angeschlossen – waren nach langer Reise gerade zufällig in Kapernaum. Unter ihnen war auch Simon Petrus, der mit Abstand charismatischste unter den Jüngern, weshalb er auch der Anführer und Sprecher war.

„Zahlt euer Lehrer nicht die Doppeldrachme“, soll ein Steuereintreiber gefragt haben. Natürlich werde Jesus bezahlen, entgegnete Simon Petrus. Im selben Moment missfiel ihm aber der Gedanke. Warum sollte Jesus, der Mensch gewordene Sohn Gottes, Unterhalt für einen Tempel zahlen? Schließlich zahlten Söhne irdischer Könige auch keine Abgaben im Reich ihrer Väter. Jesus besaß die absolute Autorität des Himmels und hätte somit, moralisch gesehen, keine Steuern bezahlen müssen.

Doch das hätte ein Dilemma ergeben: Jesus, der seine Jünger, und ganz besonders Simon Petrus auf den Pfad seiner Lehren bringen wollte, hätte ein schlechtes Vorbild abgegeben. Wie sollte er seinen „Schülern“ einen Sinn von Autorität, Verpflichtung und Verantwortung vermitteln, wenn er nur auf sein Recht gepocht hätte? Dann sagte er zu Petrus: „Damit wir ihnen aber kein Ärgernis geben, geh an den See, wirf eine Angel aus und nimm den ersten Fisch, der heraufkommt, öffne sein Maul, und du wirst einen Stater finden; den nimm und gib ihnen für mich und dich!“ Das machte Petrus dann auch.

Ein Stater hatte einen Wert von vier Drachmen – die genaue Summe für die Tempelabgabe von Jesus und Petrus. Jesus sorgte damit auch für Petrus‘ Steuern. Und mehr noch: Jesus erteilte seinen Jüngern in doppelter Hinsicht eine Lektion. Einmal bewies er seine absolute Autorität, zum anderen gab er ein Beispiel in Hinblick Verpflichtung und Verantwortung. Nicht zuletzt dient der Erhalt des Tempels dem Gemeinwesen, wozu eine Abgabe, genau wie heute, nun mal unumgänglich ist. Ein genialer Schachzug.

Petrusfisch bringt die Lösung

Doch was hat es mit dem Fisch auf sich? Für Viele ist „das  Zweigroschenstück im Fischmaul“ aus der Bibelstelle Matthäus (17, 24-27) die Grundlage für die Namensgebung des Petrusfisch.  Es steht allerdings nirgends geschrieben, dass es sich beim Fisch um einen Buntbarsch beziehungsweise Tilapia handelt, der die Münze in seinem Maul trägt. Es gibt genauso viele Quellen und Gründe, die dagegen sprechen. Zum einen gab es im Galiläa, dem See aus dem Simon Petrus den Fisch angelte, zwar Buntbarsche, aber auch andere Fischsorten. Anderseits finden sich in der Bibel zahlreiche andere Verweise zum Fisch generell. Um der mythologischen Namensgebung des Petrusfisch auf die Spur zu kommen, macht es daher Sinn, sich näher mit dem Jünger Simon Petrus zu beschäftigen, der von Beruf Fischer war.

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