Milliardenmarkt Tilapia

Milliardenmarkt Tilapia

Milliardenmarkt – Die Bedeutung des Fisches wächst

Diese Fakten sprechen für sich: Tilapia ist nach dem Karpfen der am zweithäufigsten gezüchtete Fisch. Mittlerweile wird der Tilapia-Fisch in über 100 Ländern produziert, am populärsten ist dabei der Nil-Tilapia. Die größten Produzenten sind China und Taiwan, aber auch die Vereinigten Staaten und Mexiko. Seit den neunziger Jahren ist weltweit ein exponentieller Anstieg zu verzeichnen. Dieser Trend setzt sich auch heute fort – keine Fischzucht wächst so rasant an wie die des Tilapia. So stieg in den USA die Tilapia-Produktion von 1,5 Millionen Tonnen im Jahr 2003 auf 2,5 Millionen Tonnen im Jahr 2010, bei einem Verkaufswert von über 5 Milliarden US-Dollar. Allein im vergangenen Jahr (2011) verzehrte die US-Amerikanische Bevölkerung 475 Millionen Pfund Tilapia. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Tilapia: Vom Nischenprodukt zur Massenware

Seinen wirtschaftlichen Ursprung hat die zur Gattung der Buntbarsche gehörenden Fischfamilie allerdings nicht in Nordamerika. Ursprünglich wurde Tilapia, besonders der Nil-Tilapia, in Entwicklungsländern eingeführt, um den Proteingehalt der ärmeren Bevölkerung zu decken. Später, als Produktionstechniken verbessert und die Geschmacksrichtung kontrolliert wurde, hielt der Tilapia-Fisch Einzug in den kommerziellen Fischmarkt dieser Länder. In den Industriestaaten war der Fisch zunächst ein Nischenprodukt. Das änderte sich jedoch schnell. Mit dem Erscheinen von frischen Tilapia-Filets aus den Herkunftsländern, wurde die Fischart auch in wohlhabenderen Regionen salonfähig und fand Einzug in die Esskultur. Ob in noblen Restaurants, Einkaufsmärkten, Schnellimbissen oder Discountern – in Ländern wie den USA entwickelte sich der neue Fisch zur Massenware. Die Gründe liegen auf der Hand: Tilapia ist relativ günstig, das ganze Jahr über verfügbar, mild, hat einen ausgezeichneten Geschmack und ist leicht zuzubereiten.

Riesiges Potential für den deutschen Markt

Doch noch scheint der Tilapia auf dem europäischen Festland nicht angekommen zu sein. Dabei herrscht auch hierzulande ein großes Potential für einen wachsenden Markt, schätzt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO ein. Noch würden Europäer skeptisch gegenüber dem Tilapia eingestellt sein. „Die meisten Europäer sind noch am Ausprobieren“, schreibt die FAO. So ist der wichtigste Konsummarkt für Europa Großbritannien. Auch in den Niederlanden, in Belgien und Italien hat der Tilapia Einzug gefunden. Die Exportnation Deutschland ist in Sachen Tilapia-Produktion und Konsum jedoch noch ein Entwicklungsland. In Anbetracht der weltweit wachsenden Bevölkerung und der Vorzüge, die der Tilapia-Fisch in der Zucht und als Speisefisch zu bieten hat, ist anzunehmen, dass sich auch in Deutschland zukünftig ein größerer als der gegenwärtige Markt für die Tilapia-Zucht entwickeln wird. Zumindest ist es eine Chance, die sich gerade eine auf den Export ausgerichtete Volkswirtschaft nicht entgehen lassen sollte.

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